Siegen. Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung der Metalltechnik-Innung Westfalen-Süd informierten sich die Mitglieder zum Thema „Fluchtwege gemäß Arbeitsstättenrichtlinie A 2.3“. Dazu konnte die Innung einen kompetenten Referenten im Hotel Pfeffermühle in Siegen begrüßen: Dipl.-Ing. Lars Preißner, Technischer Berater des Fachverbandes Metall NRW aus Essen, erklärte, worauf bei Geländern, Treppen und Fußböden sowie im Hinblick auf Barrierefreiheit zu achten ist. Nicht nur im Hinblick auf den eigenen Betrieb stieß das Thema auf großes Interesse der Anwesenden, denn als Hersteller von Türen, Toren, Treppen und Geländern berühren die rechtlichen Rahmenbedingungen von Fluchtwegen auch die tägliche Arbeit der Metallbauer und stellen sie vor bauliche Herausforderungen. Dies wurde in der anschließenden Diskussion deutlich. „Durch schwammige Formulierungen in den Richtlinien ergeben sich für die Praxis keine eindeutigen Lösungen. Ich habe schon deutschlandweit recherchiert und mich informiert, aber niemand kann konkret meine Fragestellung beantworten“, bemängelt Vorstandsmitglied Stefan Schwarz aus Freudenberg. Dies soll nun an den Fachverband weitergegeben werden, um eine konkrete Lösung für aufkommende Fragen der Betriebe zu finden.

Finanzstarke Innung

Nach dem rund einstündigen Vortrag von Lars Preißner samt Diskussion, fuhr Obermeister Harald Görnig zügig mit der offiziellen Tagesordnung fort. Nach eingehender Prüfung der Jahresrechnung 2018 und 2019, wurden Vorstand und Geschäftsführung einstimmig entlastet. Jürgen Haßler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd beschrieb die Innung als – so wörtlich – „finanzstark“. Auch der Haushalt 2020 wurde einstimmig verabschiedet.

Neue Wege bei der Fachkräftesuche – keine Teilnahme mehr an den Berufsmessen

Anschließend berieten die Mitglieder über die im Frühjahr anstehenden Berufsmessen in Siegen und Olpe. Nach kurzer Diskussion wurde – basierend auf den Erfahrungen der letzten Jahre – beschlossen, in diesem Jahr als Innung nicht an den Berufsmessen teilzunehmen. „Sinnvoller ist es, den persönlichen Kontakt zu den künftigen Auszubildenden schon über die Schulen zu suchen. Oder sich als Betrieb individuell durch Tage wie Girls Day oder spezielle Handwerkstage zu präsentieren und den jungen Menschen einen Einblick in die Betriebe zu gewähren“, so Ehrenobermeister Martin Hunold. In den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Olpe sucht die Innung durchschnittlich 15 Auszubildende pro Jahr.  Um diese zu finden, müsse man neue Wege gehen und sich der Entwicklung der heutigen Zeit anpassen.

Innungsfahrt an die Mosel und KH-Frühjahrsforum mit Wolfgang Bosbach

Fest eingeplant ist aber die diesjährige Innungsfahrt im August: Drei Tage geht es gemeinsam an die Mosel und das interessante Programm sorgte dafür, dass die Fahrt mit begrenzter Platzanzahl schnell ausgebucht war. Zum Abschluss der Sitzung ging Geschäftsführer Jürgen Haßler auf die aktuellen Termine und Dienstleistungsangebote der Kreishandwerkerschaft ein und gab einen Ausblick auf interessante Seminare und Veranstaltungen mit hochkarätigen Rednern. Besonders ans Herz legte er den Mitgliedsbetrieben das diesjährige Frühjahrsforum der Kreishandwerkerschaft am 23. April. Als Redner wird Wolfgang Bosbach mit einem Vortrag zum Thema „Deutschland in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung – worauf es jetzt ankommt“ erwartet.


Dipl.-Ing. Lars Preißner vom Fachverband Metall NRW referierte zum Thema „Fluchtwege gemäß Arbeitsstättenrichtlinie A 2.3“.

 

Text und Foto: © TEXTWERK ATTENDORN, Rebecca Dalhoff, Attendorn